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Eva, geboren und aufgewachsen Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Bergbauernhof in Inneralpbach, heiratet in die Wildschönau, bringt zehn Kinder zur Welt. Sie erlebt zwei Weltkriege, verliert zwei Söhne an den 2. Weltkrieg, trägt zwei Kinder im Säuglingsalter und eine Tochter in jungen Jahren zu Grabe, wird früh zur Witwe. Trotz dieser Schicksalsschläge verliert Eva nie ihre innige Beziehung zur Himmelmutter, ihre positive Lebenseinstellung, ihre annehmende und liebevolle Haltung gegenüber ihrer gesamten Umwelt.

Die Autorin erzählt die Lebensgeschichte ihrer Großmutter als Roman. Sie möchte ihr und allen Ahninnen damit Dank aussprechen.

Eingewoben wird die Sage vom Wildschönauer Drachen, aus matriarchaler Sicht neu erzählt.

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Leseprobe

 

Eva

So ganz kann sie nicht verstehen, warum die Mame nicht mehr da ist. Natürlich hat sie miterlebt, dass die Mame krank ist; nach der Geburt vom Hansi, dem kleinsten Bruder, ist sie nie mehr so richtig gesund und kräftig geworden. Eva, die da noch nicht ganz sechs Jahre alt ist, nimmt wahr, wie müde und erschöpft die Mame immer ist, gar keine Kraft hat sie mehr. Und so klein sie ist, bemüht sie sich, zusammen mit der großen Schwester Traudl der Mame Arbeit abzunehmen und ihr keine zusätzlichen Mühen und Sorgen zu machen. Sie kümmern sich um die kleineren Geschwister, die Moidi und den Seppl, um das Popperl muss die Mame selber schauen, das können die Eva und die Traudl nicht. Und wenn dann auf die Nacht die Arbeit gemacht ist, wenn alle gegessen haben, die Küche aufgeräumt ist und das Poppele ruhig schläft, wenn sie dann um den Küchentisch sitzen und die Mame erschöpft in die Runde schaut und mit einem Blick auf sie und die Traudl sagt: „Brav seids, meine zwei Großen, bin schon froh, dass ich euch hab“, ja dann kriegt die Eva ein ganz warmes Gefühl in ihrer Brust. Sie kann es nicht benennen, woher auch, weil über Gefühle redet niemand, irgendwann später erkennt sie, dass sie da manchmal glücklich gewesen ist.

Und jetzt ist die Mame nicht mehr da. Sie ist gestorben. Der Tod ist Eva nicht fremd, auf dem Bauernhof erlebt sie Leben und Sterben, Geburt und Tod hautnah mit, aber sie kann das mit der Mame nicht in Verbindung bringen. Auf dem Bauernhof sterben Tiere, weil sie schon ganz alt sind oder weil sie geschlachtet werden, und das Fleisch wird gegessen, aber die Mame ist einfach immer weniger geworden und schließlich wie eine Kerze langsam erloschen, einfach ausgegangen. Ganz kalt ist sie gewesen, wie ein Stück Fleisch, und das, was sie ausgemacht hat, die Wärme, der liebevolle Blick, das seltene Lachen, das ist alles ganz und gar verschwunden

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Informationen zum Buch

Herta Blamauer
VERGANGENE WEGE

Roman
ISBN:  978-3-903190-78-8
1. Auflage Mai 2026, Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen,
304 Seiten, € 26,40

 

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