In seinen Texten durchbricht Philipp Gabriel die Einsamkeit, die sprachlos macht und ringt dem Innersten eine Sprache ab: „Es ist die jedem Menschen innewohnende Suche nach Anerkennung, die mein Hirn dazu antreibt, unablässig meine innigsten Gefühle zu ejakulieren, um sie einem Gegenüber vor die Füße zu leeren. Ohne Gegenüber ist alles fade und abgeschmackt, eine resonanzlose Hölle.

Das Ringen nach Ausdruck ist ein allmählicher Prozess der Selbstwerdung – ohne Scham, ohne Angst, ohne vor der scheinbar allmächtigen Instanz eines imaginierten Über-Ichs in die Knie zu gehen. Indem ich schreibe, erzeuge ich einen Raum, in den andere eintreten können. Dieser Raum ist ein Raum der Begegnung, der Konfrontation. Dadurch, nur dadurch, weist mein Geschriebenes über mich hinaus.“
(Philipp Gabriel)

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LESEPROBE

ABSTURZ

Ich nehme dein Geschlecht in den Arm,
küsse deine schwitzende Stirn,
lade dich ein,
auf dass wir ein Fleisch werden.

Frage dich zärtlich:
Bist du auch abgestürzt?

Unter lautem Stöhnen fällt die Tür ins Schloss.
Deine Lippen halten mich gefangen.
Ich klopfe wie dein Herz.

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Informationen zum Buch

Philipp Gabriel, Ich bin ohne Flügel. Lyrik
Band 2 der Reihe SPRACH : BILDER

ISBN: 978-3-903190-04-7
1. Auflage Oktober 2017, Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen,
155 Seiten, € 22,00

 

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