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Auf den ersten Blick haben die völlig unterschiedlichen Biografien
von Maria-Anna (Tochter einer Geflüchteten)
und Joseph Heinrich (Sohn einer großbürgerlichen Familie)
nichts miteinander zu tun.

Der Autor Erland Maria Freudenthaler führt sie in der wie eine musikalische Komposition gestalteten Erzählung
jedoch zusammen, sie kreuzen sich und verlieren sich wieder.

Nach und nach entfalten sich die vielfältigen Verbindungen zwischen den Figuren.
Lebenszusammenhänge und Schicksale sind oft enger miteinander verknüpft, als man vermutet.

Zufälle, Schicksalsschläge, unvermutete Begegnungen, gelungene und gescheiterte Liebesbeziehungen
tun sich auf in der ländlichen Region des Mühlviertels, in Linz, im Wien der Nachkriegsjahrzehnte sowie in Italien
und entwirren sich erst in einem Wiener Kaffeehaus in der Gegenwart.

„Ein Fest unerhörter Begebenheiten vom leisen piano bis zum furioso con fuoco.“

Rudolf Habringer – Schriftsteller und Musiker

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LESEPROBE

Die Nacht ist sternenklar und bitterkalt, als Maria-Anna zur Welt kommt.
Man schreibt den 28. Februar 1941, und wir befinden uns in einem kleinen Mühlviertler Weiler.
In der beengten Bauernstube des Auszugshäusls ist eine behelfsmäßige Lagerstatt eingerichtet,
mit einer Matratze aus Stroh und wollenen Decken. Helfende Frauenhände haben Kübel mit heißem Wasser,
Textilien aus Leinen in verschiedenen Größen und allerhand andere Gerätschaften bereitgestellt.
Die eilig herbeigeholte Hebamme wickelt das Neugeborene in eines der kleinen Tücher,
mit einem größeren bedeckt man seine Mutter. Das Kind ist gerettet, die junge Bauernmagd ist tot. 
„Was soll iatzt aus dem armen Butzerl werden?“, seufzt die Bäuerin. 
Keine der Anwesenden wagt eine Antwort.

Die junge Frau ist erst irgendwann Anfang Oktober vor dem großen Bauernhof gestanden,
in einen zerschlissenen Wehrmachtsmantel gehüllt, halb erfroren und stumm wie ein Fisch.
Da die Bauersleute Hilfe gebrauchen können, nehmen sie sie auf.
Den Behörden macht man keine Meldung, da man fürchtet, die namenlose Fremde würde sonst
als behinderter Kriegsflüchtling ins Schloss Hartheim gebracht werden.
Von diesem Ort hat man schreckliche Dinge gehört.
Gerüchte, die sogenannten Pfleglinge würden medizinischen Experimenten unterzogen. Und womöglich umgebracht.
Der zugeheiratete Mann der Bäuerin ist ein kriegsversehrter Veteran des 1. Weltkrieges,
der – zwar nur sicherheitshalber, wie er stets betont – der NSDAP beigetreten ist, aber so fühlen sie sich vor den Behörden sicher.

Die junge Frau hat das kleine Häusl neben dem Hof bezogen,
und weil sie nicht sprechen kann oder will, haben sie nichts über ihr bisheriges Schicksal erfahren.
Nicht einmal ihren Namen hat sie preisgegeben.
Daher rufen sie sie einfach Dirndl. 

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INFORMATIONEN ZUM BUCH

Erland Maria Freudenthaler
MARJANDJOSEF!
Zwei Leben
ISBN:  978-3-903190-76-4

1. Auflage März 2026
Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen
268 Seiten, € 25,30

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